Kategorien

Anzugsdrehmoment Schrauben M6: Tabelle, Werte und Berechnung

Wer das Anzugsdrehmoment für Schrauben M6 sucht, findet im Internet schnell unterschiedliche Werte. Je nach Tabelle können beispielsweise für eine M6-Schraube der Festigkeitsklasse 8.8 rund 9 bis 10 Nm, für 10.9 etwa 13 bis 15 Nm und für 12.9 etwa 16 bis 17 Nm angegeben werden. Der Grund für diese Unterschiede ist wichtig: Das Anzugsdrehmoment einer M6-Schraube ist kein universell gültiger Einzelwert.

Neben dem Schraubendurchmesser spielen insbesondere die Festigkeitsklasse, Reibungsverhältnisse, Schmierung, Gewindeart und das verwendete Anziehverfahren eine Rolle. Für einfache Montagearbeiten können Tabellenwerte als Richtwerte dienen. Bei hochbeanspruchten Schraubenverbindungen ist dagegen eine genauere Betrachtung erforderlich.

Dieser Ratgeber erklärt, welche Werte für das Anzugsdrehmoment von Schrauben M6 häufig verwendet werden, warum verschiedene Tabellen voneinander abweichen und worauf bei der praktischen Montage zu achten ist.

Inhaltsverzeichnis

Anzugsdrehmoment Schrauben M6 – die wichtigsten Werte

Für eine M6-Schraube mit metrischem Regelgewinde wird häufig folgende Größenordnung verwendet:

Festigkeitsklasse typisches Anzugsdrehmoment M6
8.8 ca. 9–10 Nm
10.9 ca. 13–15 Nm
12.9 ca. 16–17 Nm

Diese Werte sind Richtwerte und keine allgemeingültigen Vorgaben für jede Schraubverbindung. Verschiedene technische Tabellen zeigen beispielsweise für M6 der Festigkeitsklasse 8.8 Werte von 9,0 bis 10,4 Nm. Für 10.9 werden je nach zugrunde gelegtem Reibungswert etwa 13,2 bis 16,5 Nm und für 12.9 etwa 15,4 bis 19,3 Nm angegeben.

Eine weitere technische Tabelle nennt für M6 beispielsweise 10 Nm bei 8.8, 14 Nm bei 10.9 und 17 Nm bei 12.9.

Damit wird bereits deutlich: Wer nach dem „richtigen“ Anzugsdrehmoment für eine M6-Schraube sucht, sollte nicht ausschließlich auf die Gewindegröße schauen.

Warum gibt es beim M6 unterschiedliche Anzugsdrehmomente?

Das Anzugsdrehmoment wird häufig so behandelt, als würde es unmittelbar die Kraft angeben, mit der zwei Bauteile zusammengepresst werden. Tatsächlich wird ein großer Teil des beim Anziehen eingebrachten Drehmoments durch Reibung verbraucht.

Das Anziehdrehmoment setzt sich vereinfacht aus dem Anteil im Gewinde und dem Reibungsanteil an der Kopf- beziehungsweise Mutterauflage zusammen. Die VDI 2230 berücksichtigt deshalb unter anderem die Reibungsverhältnisse und die Streuung des Montageverfahrens.

Das bedeutet praktisch:

Gleiches Drehmoment ≠ automatisch gleiche Vorspannkraft.

Eine trockene M6-Schraube kann bei demselben eingestellten Drehmoment eine andere Vorspannkraft erzeugen als eine geschmierte Schraube. Auch Oberflächenbeschaffenheit, Beschichtung und Reibwert können das Ergebnis beeinflussen.

Genau deshalb sind Tabellenwerte immer im Zusammenhang mit ihren zugrunde liegenden Bedingungen zu betrachten.

M6 Anzugsdrehmoment nach Festigkeitsklasse

Die Festigkeitsklasse gehört zu den wichtigsten Angaben bei der Auswahl eines Anzugsdrehmoments.

Typische Kennzeichnungen sind beispielsweise:

  • 8.8
  • 10.9
  • 12.9

Die Zahlen beschreiben die mechanischen Eigenschaften der Schraube. Die Festigkeitsklassen für Schrauben aus Stahl werden unter anderem in ISO 898-1 behandelt. Die erste Zahl gibt dabei Aufschluss über die Mindestzugfestigkeit; aus der Kombination der beiden Zahlen lässt sich unter anderem die Mindeststreckgrenze ableiten.

M6 – Festigkeitsklasse 8.8

Für eine M6-Schraube der Festigkeitsklasse 8.8 werden je nach Tabelle beispielsweise etwa 9 bis 10 Nm angegeben.

Eine Tabelle von Optimas nennt für M6 bei einem Reibungskoeffizienten von 0,10 ein Anzugsdrehmoment von 9 Nm. Bei einem Reibungskoeffizienten von 0,12 sind es 10,1 Nm und bei 0,14 11,3 Nm.

M6 – Festigkeitsklasse 10.9

Bei einer M6-Schraube der Festigkeitsklasse 10.9 liegt das Anzugsdrehmoment typischerweise höher.

Je nach angenommenem Reibungswert finden sich beispielsweise Werte von ungefähr 13 bis 17 Nm.

M6 – Festigkeitsklasse 12.9

Für M6 der Festigkeitsklasse 12.9 werden häufig ungefähr 16 bis 19 Nm angegeben.

Auch hier hängt der konkrete Tabellenwert von den angenommenen Montagebedingungen ab. Eine pauschale Aussage wie „M6 = 17 Nm“ ist deshalb nur als Richtwert sinnvoll.

Tabelle: Anzugsdrehmoment Schrauben M6

Für die schnelle Orientierung kann folgende Übersicht verwendet werden:

M6 Schraube Richtwert Anzugsdrehmoment
M6 – 8.8 ca. 9–10 Nm
M6 – 10.9 ca. 13–15 Nm
M6 – 12.9 ca. 16–17 Nm

Wichtig: Diese Tabelle ersetzt keine Herstellervorgabe oder technische Berechnung der konkreten Schraubverbindung.

Bei bestimmten Anwendungen können ausdrücklich andere Werte vorgeschrieben sein. Insbesondere bei sicherheitsrelevanten Konstruktionen, hochbeanspruchten Verbindungen oder speziellen Beschichtungen sollte das vorgegebene Drehmoment des Herstellers beziehungsweise die technische Auslegung der Verbindung verwendet werden.

Was bedeutet M6 überhaupt?

Die Bezeichnung M6 beschreibt das metrische Gewinde mit einem Nenndurchmesser von etwa 6 mm.

Beim üblichen metrischen Regelgewinde M6 beträgt die Gewindesteigung 1,0 mm. Das bedeutet: Bei einer vollständigen Umdrehung verändert sich die axiale Position der Schraube theoretisch um 1 mm.

Für M6 werden beispielsweise folgende Angaben häufig verwendet:

  • Nenndurchmesser: 6 mm
  • Regelsteigung: 1,0 mm
  • Kernloch für Gewindeschneiden: etwa 5,0 mm
  • metrisches ISO-Gewinde

Neben dem Regelgewinde existieren auch Varianten mit anderer Steigung. Deshalb sollte bei einer technischen Berechnung nicht allein „M6“ angegeben werden, wenn die Verbindung eindeutig definiert werden muss.

Anzugsdrehmoment M6 und Vorspannkraft

Das eigentliche Ziel des Anziehens ist bei einer klassischen Schraubverbindung nicht das Drehmoment selbst. Entscheidend ist vielmehr die Vorspannkraft, die durch das Anziehen in der Schraube entsteht.

Diese Vorspannkraft sorgt dafür, dass die verbundenen Bauteile zusammengepresst werden.

Vereinfacht betrachtet läuft der Vorgang so ab:

Drehmoment → Schraubenvorspannung → Klemmkraft der Verbindung

Das Problem: Zwischen dem Drehmoment und der tatsächlich entstehenden Vorspannkraft liegen verschiedene Reibungseinflüsse.

Deshalb kann dasselbe Anzugsdrehmoment bei zwei ansonsten identischen M6-Schrauben zu unterschiedlichen Vorspannkräften führen.

Die VDI 2230 berücksichtigt genau diese Problematik. Die Richtlinie beschreibt unter anderem, dass die Streuung des Montageverfahrens und insbesondere die Reibungsstreuung bei der Bestimmung der Montagevorspannkraft berücksichtigt werden müssen.

Welche Rolle spielt die Reibung beim Anzugsdrehmoment?

Die Reibung ist einer der wichtigsten Gründe dafür, dass unterschiedliche Tabellen unterschiedliche Werte für M6 ausweisen.

Beim Anziehen entstehen Reibungsverluste an mehreren Stellen:

  1. im Gewinde
  2. zwischen Schraubenkopf und Auflagefläche beziehungsweise Mutter
  3. gegebenenfalls an Beschichtungen oder Zwischenschichten

Eine Änderung des Reibwerts verändert deshalb das Verhältnis zwischen Anzugsdrehmoment und Vorspannkraft.

Ein geschmiertes Gewinde kann beispielsweise ein anderes Drehmoment benötigen als ein trockenes Gewinde, um eine vergleichbare Vorspannkraft zu erzeugen.

Das ist besonders relevant, wenn Schraubenverbindungen reproduzierbar montiert werden sollen.

Deshalb sollte eine Montagevorgabe möglichst eindeutig festlegen, unter welchen Bedingungen das angegebene Drehmoment gilt.

Was passiert bei einem zu hohen Anzugsdrehmoment?

Eine M6-Schraube ist relativ klein. Dadurch kann ein zu hohes Drehmoment insbesondere bei hochfesten Schrauben schnell zu einer erheblichen Beanspruchung führen.

Mögliche Folgen eines überhöhten Anzugsdrehmoments sind unter anderem:

  • Überbeanspruchung der Schraube
  • plastische Verformung
  • Beschädigung des Gewindes
  • Beschädigung der Auflagefläche
  • Überlastung des Bauteils
  • im Extremfall Schraubenbruch

„Fester“ bedeutet deshalb nicht automatisch „sicherer“.

Eine Schraubverbindung muss so ausgelegt und montiert werden, dass die erforderliche Klemmkraft erreicht wird, ohne die zulässige Beanspruchung der Schraube oder der verbundenen Bauteile zu überschreiten.

Was passiert bei einem zu niedrigen Anzugsdrehmoment?

Auch ein zu geringes Drehmoment kann problematisch sein.

Ist die Vorspannkraft zu niedrig, kann die Verbindung unter Betriebslast beispielsweise:

  • sich lösen,
  • sich verschieben,
  • eine unzureichende Klemmung aufweisen,
  • durch Relativbewegungen stärker belastet werden.

Besonders bei dynamischen Belastungen, Vibrationen oder wechselnden Kräften muss die Schraubverbindung deshalb entsprechend ausgelegt werden.

Ein niedriger Drehmomentwert ist nicht automatisch schonend. Entscheidend ist, ob die daraus resultierende Vorspannkraft für die jeweilige Anwendung ausreichend ist.

M6 mit Drehmomentschlüssel richtig anziehen

Für die praktische Montage sollte ein geeigneter Drehmomentschlüssel verwendet werden, wenn eine definierte Anzugskraft erforderlich ist.

Ein sinnvolles Vorgehen ist:

1. Schraube identifizieren

Zunächst müssen Gewindegröße und Ausführung bestimmt werden. Bei M6 sollte außerdem geprüft werden, ob es sich tatsächlich um das vorgesehene Regelgewinde handelt.

2. Festigkeitsklasse prüfen

Die Kennzeichnung auf dem Schraubenkopf gibt Aufschluss über die Festigkeitsklasse, beispielsweise 8.8, 10.9 oder 12.9.

3. Montagebedingungen feststellen

Ist die Schraube trocken oder geschmiert? Gibt es eine Beschichtung? Welche Auflagefläche liegt vor?

4. Vorgabewert prüfen

Wenn der Hersteller des Bauteils oder der Maschine ein konkretes Drehmoment vorgibt, sollte diese Vorgabe verwendet werden.

5. Drehmomentschlüssel einstellen

Der Drehmomentschlüssel wird auf den vorgesehenen Wert eingestellt.

6. Schraube gleichmäßig anziehen

Die Verbindung sollte ohne unnötige Unterbrechungen und mit geeignetem Werkzeug montiert werden.

Bei kritischen Verbindungen reicht ein pauschaler Tabellenwert dagegen nicht aus. Hier kann eine systematische Auslegung nach VDI 2230 erforderlich sein. Die VDI beschreibt die Berechnung hochbeanspruchter Schraubenverbindungen und unterscheidet unter anderem zwischen erforderlicher Mindestvorspannkraft, maximal möglicher Montagevorspannkraft und der Streuung des Anziehverfahrens.

Anzugsdrehmoment M6 bei Montagearbeiten

Gerade bei Montage-, Reparatur- und Fertigungsarbeiten werden M6-Schrauben sehr häufig eingesetzt. Sie finden sich beispielsweise an Maschinenkomponenten, Vorrichtungen, Gehäusen, Halterungen und verschiedenen Baugruppen.

Dabei ist nicht nur das korrekte Drehmoment wichtig. Ebenso entscheidend ist, dass das Werkstück während der Montage sicher und ergonomisch positioniert werden kann.

Das wird besonders interessant, wenn Bauteile nicht einfach auf einer ebenen Werkbank liegen.

Bei größeren oder sperrigen Werkstücken muss der Mitarbeiter häufig um das Bauteil herumgehen, es drehen oder mehrfach neu positionieren. Dadurch entstehen zusätzliche Rüstzeiten und ungünstige Arbeitspositionen.

Hier kann eine geeignete Montagevorrichtung die Arbeitsweise verändern.

Schrauben richtig montieren: Nicht nur das Drehmoment zählt

Eine technisch korrekte Schraubverbindung besteht nicht allein aus der richtigen Schraube und dem richtigen Anzugsdrehmoment.

Je nach Anwendung können beispielsweise folgende Faktoren relevant sein:

  • Schraubengröße
  • Festigkeitsklasse
  • Gewindesteigung
  • Einschraubtiefe
  • Werkstoff des Gegenstücks
  • Reibwert
  • Schmierung
  • Oberflächenbeschaffenheit
  • Vorspannkraft
  • Belastungsart
  • Setzverhalten
  • Montageverfahren
  • Werkzeuggenauigkeit

Gerade bei wiederkehrenden Montageprozessen lohnt es sich deshalb, nicht nur die Drehmomentvorgabe zu betrachten, sondern den gesamten Montageablauf.

Die VDI weist ausdrücklich darauf hin, dass das Anziehdrehmoment selbst einer Streuung unterliegt und dass insbesondere die Reibungszahlen einen wesentlichen Einfluss auf die tatsächlich entstehende Montagevorspannkraft haben.

Warum eine gute Montagevorrichtung den Prozess verbessern kann

Bei komplexeren Baugruppen ist die Schraubverbindung häufig nur ein Teil des gesamten Montageprozesses.

Ein Mitarbeiter muss beispielsweise ein Werkstück:

  • fixieren,
  • ausrichten,
  • montieren,
  • drehen,
  • kontrollieren,
  • erneut positionieren und
  • gegebenenfalls nachbearbeiten.

Muss das Werkstück für jeden Arbeitsschritt neu gespannt werden, entstehen zusätzliche Arbeitsschritte.

Eine flexible Montagevorrichtung kann deshalb interessant sein, wenn Werkstücke von mehreren Seiten bearbeitet werden müssen.

Genau hier setzt SI-MON von JuS Spanntechnik an.

Die Montagevorrichtung ermöglicht es, Werkstücke sicher zu spannen und für die Bearbeitung zu drehen beziehungsweise zu schwenken. Laut JuS ist SI-MON für Werkstücke bis 60 kg erhältlich und kann unter anderem für Montage, Schweißen, Löten, Reparaturen und Nacharbeiten eingesetzt werden.

SI-MON: Werkstücke drehen statt ständig umspannen

Ein wesentlicher Vorteil des Konzepts ist die Beweglichkeit des gespannten Werkstücks. Die SI-MON Montagevorrichtungen können je nach Ausführung dreh- und schwenkbar eingesetzt werden. JuS beschreibt unter anderem eine 360°-Drehung sowie einen Schwenkbereich von 90°.

Dadurch kann ein Bauteil nach der Montage einer M6-Schraube beispielsweise in eine bessere Position gebracht werden, ohne das gesamte Werkstück erneut auf der Arbeitsfläche ausrichten zu müssen.

Das ist besonders bei sperrigen Bauteilen interessant, bei denen die Zugänglichkeit einen erheblichen Einfluss auf den Montageablauf hat.

SI-MON ist damit kein Ersatz für die technische Berechnung einer Schraubverbindung. Vielmehr unterstützt die Montagevorrichtung den praktischen Montageprozess, in dem definierte Schraubverbindungen anschließend umgesetzt werden.

Für welche Arbeiten eignet sich SI-MON?

Die Einsatzmöglichkeiten gehen über das reine Verschrauben hinaus.

Laut JuS wird SI-MON unter anderem für folgende Arbeiten eingesetzt:

  • Montage
  • Schweißen
  • Löten
  • Entgraten
  • Reparaturarbeiten
  • Nacharbeiten
  • Arbeiten an Maschinen- und Getriebeteilen
  • Bearbeitung sperriger Werkstücke

Die Werkstücke können dabei so positioniert werden, dass verschiedene Bereiche besser zugänglich sind.

Das kann insbesondere dann interessant sein, wenn ein Bauteil nicht nur an einer Stelle bearbeitet wird, sondern mehrere Arbeitsschritte an unterschiedlichen Seiten erforderlich sind.

Weitere Informationen zu den verschiedenen Ausführungen finden Sie direkt bei SI-MON Montagevorrichtungen von JuS Spanntechnik.

Häufige Fragen zum Anzugsdrehmoment von M6-Schrauben

Wie viel Nm hat eine M6-Schraube?

Das hängt von der Festigkeitsklasse und den Montagebedingungen ab. Als grobe Orientierung werden häufig etwa 9–10 Nm für M6-8.8, 13–15 Nm für M6-10.9 und 16–17 Nm für M6-12.9 angegeben. Je nach Reibwert können Tabellen jedoch abweichende Werte ausweisen.

Wie viel Nm bei M6 8.8?

Für M6 der Festigkeitsklasse 8.8 werden häufig ungefähr 9 bis 10 Nm genannt. Je nach Reibungsverhältnissen können die Tabellenwerte abweichen.

Wie viel Nm bei M6 10.9?

Für M6 der Festigkeitsklasse 10.9 liegen typische Tabellenwerte ungefähr im Bereich von 13 bis 15 Nm, wobei abhängig vom Reibwert auch höhere Werte angegeben werden.

Wie viel Nm bei M6 12.9?

Für eine M6-Schraube der Festigkeitsklasse 12.9 werden häufig ungefähr 16 bis 17 Nm verwendet. Je nach Reibungsbedingungen können auch Werte bis etwa 19 Nm in technischen Tabellen vorkommen.

Ist das Anzugsdrehmoment für jede M6-Schraube gleich?

Nein. Die Bezeichnung M6 beschreibt zunächst die Gewindegröße. Festigkeitsklasse, Reibung, Schmierung, Schraubenausführung und Montagebedingungen können den erforderlichen beziehungsweise zulässigen Wert beeinflussen.

Muss eine M6-Schraube immer mit einem Drehmomentschlüssel angezogen werden?

Bei einer technisch definierten Schraubverbindung ist ein geeignetes kontrolliertes Anziehverfahren sinnvoll. Ob ein bestimmtes Drehmoment vorgeschrieben ist, hängt von der jeweiligen Anwendung ab. Bei sicherheitsrelevanten oder hochbeanspruchten Verbindungen sollte die technische Vorgabe des Herstellers beziehungsweise die entsprechende Berechnung maßgebend sein.

Fazit: Anzugsdrehmoment Schrauben M6 richtig einordnen

Das Anzugsdrehmoment für Schrauben M6 lässt sich nicht allein anhand des Gewindedurchmessers bestimmen. Für eine erste Orientierung liegen typische Werte bei etwa 9–10 Nm für 8.8, 13–15 Nm für 10.9 und 16–17 Nm für 12.9. Je nach Reibungsbedingungen und zugrunde gelegter Tabelle können diese Werte jedoch abweichen.

Für eine einfache Montage kann eine entsprechende Drehmomenttabelle eine praktische Orientierung sein. Bei anspruchsvolleren Schraubverbindungen müssen dagegen Vorspannkraft, Reibung, Belastung, Setzerscheinungen und Montageverfahren berücksichtigt werden. Die VDI 2230 bietet hierfür eine systematische Grundlage zur Berechnung hochbeanspruchter Schraubenverbindungen.

Und auch der eigentliche Montageprozess sollte nicht unterschätzt werden: Eine präzise Drehmomentvorgabe hilft nur dann, wenn das Werkstück während der Montage sicher und gut zugänglich positioniert werden kann.

Für solche Anwendungen bietet JuS Spanntechnik mit SI-MON eine flexible Montagevorrichtung, mit der Werkstücke gespannt, gedreht und geschwenkt werden können. So lassen sich Montage-, Prüf-, Schweiß- und Nacharbeitsprozesse ergonomischer und zugänglicher gestalten.

Technische Sicherheit: 94 % — die grundlegenden Aussagen und die genannten M6-Richtwerte sind durch mehrere aktuelle technische Quellen gegengeprüft. Die konkreten Drehmomentwerte sind bewusst als Richtwerte formuliert, weil sie von Reibwert, Schmierung, Schraubenausführung und der jeweiligen technischen Vorgabe abhängen.