Wirtschaftlichkeit berechnen
Die Berechnung der Wirtschaftlichkeit ist ein zentraler Aspekt bei Investitionsentscheidungen. Nur wenn sich eine Investition auch finanziell lohnt, sollte sie getätigt werden. Doch wie lässt sich die Wirtschaftlichkeit zuverlässig berechnen? Wir von Jus Spanntechnik zeigen Ihnen, wie Sie in 5 einfachen Schritten die Rentabilität Ihrer Vorhaben ermitteln.
Wirtschaftlichkeit berechnen
Vergleichen Sie zwei Varianten über die gesamte Nutzungsdauer – Anschaffung, laufende Kosten und Produktivität. Sie sehen sofort Gesamtkosten, jährliche Einsparung und die Amortisationszeit.
Produktivität / Rüstzeit berücksichtigen Optional +
Kürzere Rüst- oder Stillstandszeiten der Variante B werden als jährlicher Produktivitätsgewinn gegengerechnet.
Inhaltsverzeichnis
Schritt 1: Kosten ermitteln
Zunächst gilt es, sämtliche Kosten zu identifizieren, die mit der Investition verbunden sind. Dazu zählen:
- Anschaffungskosten
- Installations- und Inbetriebnahmekosten
- Wartungs- und Instandhaltungskosten
- Betriebskosten (Energie, Material, Personal)
- Finanzierungskosten (Zinsen)
Listen Sie alle Kostenblöcke detailliert auf. Je präziser Ihre Aufstellung, desto genauer wird die spätere Berechnung der Wirtschaftlichkeit.
Schritt 2: Einsparpotenziale beziffern
Investitionen werden in der Regel getätigt, um Kosten einzusparen oder die Produktivität zu steigern. Ermitteln Sie im zweiten Schritt daher die Einsparpotenziale bzw. Optimierungsmöglichkeiten:
- Reduzierung von Ausschuss und Nacharbeit
- Verkürzung von Rüst-, Wechsel- und Stillstandzeiten
- Senkung der Betriebskosten (Energie, Verschleiß)
- Erhöhung der Produktionsgeschwindigkeit/Stückzahlen
- Automatisierung manueller Prozesse
Quantifizieren Sie die möglichen Einsparungen und Produktivitätssteigerungen so konkret wie möglich. Holen Sie sich dazu Angebote von Anlagenherstellern oder Vergleichswerte von bestehenden Optimierungsprojekten.
Schritt 3: Nutzungsdauer festlegen
Ein wichtiger Faktor bei der Wirtschaftlichkeitsberechnung ist die geplante Nutzungsdauer der Investition. Legen Sie einen realistischen Zeitraum fest, in dem die Anlage oder Maschine genutzt werden soll. Orientieren Sie sich dabei an:
- Technischer Lebensdauer laut Hersteller
- Erfahrungswerten aus der Praxis
- Geplanter Produktionsdauer der Erzeugnisse
- Strategische Unternehmensausrichtung
In der Regel werden für Maschinen und Anlagen Abschreibungszeiträume von 5-10 Jahren angesetzt. Für die Wirtschaftlichkeitsberechnung ist aber die tatsächlich geplante Nutzungsdauer ausschlaggebend.
Schritt 4: Wirtschaftlichkeit berechnen
Sobald alle Parameter definiert sind, kann die eigentliche Berechnung der Wirtschaftlichkeit erfolgen. Dafür haben sich verschiedene Kennzahlen etabliert:
Amortisationsdauer
Die Amortisationsdauer gibt an, nach welcher Zeit sich die Investition durch die erzielten Einsparungen oder Mehrerträge bezahlt macht. Sie errechnet sich wie folgt:
Amortisationsdauer = Anschaffungskosten / jährliche Einsparungen
Eine Amortisationsdauer von unter 2 Jahren gilt als sehr gut, 2-3 Jahre sind in vielen Branchen üblich.
Return on Investment (ROI)
Der ROI setzt den Gewinn einer Investition ins Verhältnis zum eingesetzten Kapital:
ROI = (Gewinn / Investitionssumme) * 100
Ein ROI von 7-10% p.a. ist ein guter Richtwert. Je kürzer der Betrachtungszeitraum, desto höher sollte der ROI ausfallen.
Kapitalwert
Der Kapitalwert ist eine der aussagekräftigsten Kennzahlen. Er ergibt sich aus der Abzinsung aller Ein- und Auszahlungen auf den Investitionszeitpunkt:
Kapitalwert = Barwert der Einzahlungen – Barwert der Auszahlungen
Ist der Kapitalwert positiv, lohnt sich die Investition. Je höher der Wert, desto wirtschaftlicher das Investment.
Online-Rechner und Excel-Tools erleichtern die Berechnung dieser Kennzahlen. Trotzdem ist es wichtig, die Zusammenhänge und Einflussfaktoren zu verstehen, um die Ergebnisse richtig interpretieren zu können.
Schritt 5: Ergebnis interpretieren und entscheiden
Die ermittelten Kennzahlen zeigen Ihnen schwarz auf weiß, ob und in welchem Maße sich eine Investition lohnt. Häufig werden Sie feststellen, dass die Anschaffung neuer Maschinen und Anlagen durchaus wirtschaftlich ist – vor allem dann, wenn durch Automatisierung teure Lohnkosten eingespart und Prozesse beschleunigt werden können.
Dennoch gibt es Fälle, in denen rechnerisch sinnvolle Investitionen nicht zu empfehlen sind, z.B. wenn
- hohe Risiken oder Unsicherheiten bestehen
- die Liquidität zu stark belastet würde
- Fördermittel oder Sonderabschreibungen möglich sind
- strategische Gründe dagegen sprechen
Wägen Sie alle Aspekte sorgfältig ab, bevor Sie eine Entscheidung treffen. Meist ist es sinnvoll, verschiedene Szenarien und Alternativen durchzurechnen
Fazit
Die Berechnung der Wirtschaftlichkeit ist unverzichtbar für nachhaltige Investitionsentscheidungen. Mit einer strukturierten Vorgehensweise in 5 Schritten finden Sie schnell heraus, ob sich eine Anschaffung lohnt oder nicht.
Wir von Jus Spanntechnik unterstützen Sie dabei mit unserer Expertise im Bereich wirtschaftliche Spanntechnik. Unsere Experten zeigen Ihnen gerne, mit welchen Optimierungen Sie die Rentabilität Ihrer Zerspanungsprozesse gezielt verbessern. Kontaktieren Sie uns für eine unverbindliche Beratung!
